Google baut Infrastruktur mit RSS-API aus

Andreas Göldi, 27. Dezember 2005 21:23 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Als Google kürzlich seinen eigenen RSS-Reader (reader.google.com) vorgestellt hat, habe nicht nur ich mich gewundert, warum sich der Suchmaschinen-Gigant mit so einem eher mittelmässigen Produkt in den sowieso schon überfüllten RSS-Markt traut.

Das Rätsel scheint sich jetzt zu lösen: Google Reader war offenbar nur eine Testanwendung für etwas sehr viel Bedeutenderes. Nial Kennedy berichtet, dass Google demnächst ein eigenes API für seine RSS-Infrastruktur vorstellen wird. Damit soll es den Entwicklern von Feedreadern aller Art möglich werden, RSS-Feeds von Google verwalten zu lassen — samt Content-Speicherung, Suchfunktionen, Synchronisierung und Unread-Status.

Mit anderen Worten: Google-User können dann über ganz verschiedene Applikationen auf ihre zentral gelagerten RSS-Subscriptions zugreifen, sei es per Browser, per lokaler Client-Anwendung oder per Mobilgerät.

Das macht sehr viel Sinn, denn intensiver Feed-Konsum kann ganz schön unübersichtlich werden, wenn man seine tägliche RSS-Dosis auf verschiedenen Kanälen und Geräten bezieht. Aus diesem Grund bin ich auch kürzlich auf NewsGator umgestiegen, weil dort die derzeit beste Synchronisierung angeboten wird. NewsGator ist es egal, ob ich meine Feeds im Browser, in Outlook oder auf dem Handy lese. Es merkt sich stets, was ich schon gesehen habe und was nicht.

Auch NewsGator bietet bereits ein API für Drittentwickler an, aber dass Google nun in diesen Bereich einsteigt, gibt der Sache natürlich eine ganz andere Brisanz. Die Verbindungen zu Google Base beispielsweise, wie hier auch schon diskutiert, sind offensichtlich.

Und es zeigt sich auch immer deutlicher, dass Google in vielen Bereichen nicht unbedingt den Anspruch hat, immer das Frontend zu kontrollieren, sondern gern auch mal den Infrastruktur-Provider im Hintergrund spielt. Microsoft währenddessen kündigt stolz an, dass die neue Version von Outlook in Office 12 volle RSS-Integration bietet wird. Dann kann man also bald seine RSS-Feeds in Microsofts Outlook von Googles RSS-Infrastruktur beziehen. Wenn das mal keine wunderbare Harmonie zwischen Konkurrenten ist…

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