Qtek 9100 und Windows Mobile 5.0:
Quantensprung bei den Mobilgeräten?
Und hier wieder einmal ein Beitrag aus der beliebten Reihe “Gadgets in der Praxis”.
Seit einigen Monaten war mein ständiger digitaler Begleiter ein Nokia Communicator 9500. Dieses Gerät überzeugt durch seine umfassende Featureliste: WLAN, EDGE, GPRS, Opera-Browser, Multi-Inbox-fähige E-Mail-Software, “echte” Tastatur usw. Und dazu ist das Ding auch noch sehr brauchbar als Telefon. Aber einige Dinge am Nokia stören: die Geschwindigkeit ist sehr mässig, und die Multimedia-Features sind auch eher bescheiden. Und dazu wird das Ding seinem (liebevoll gemeinten) Spitznamen “The Brick” mehr als gerecht.
Unter anderem darum habe ich mich wieder mal im Gadget-Markt nach einem neuen PDA umgesehen. Natürlich sollte es ein Gerät mit eingebautem Telefon und WLAN sein. Die üblichen PDA-Features setzen wir sowieso mal voraus, und sehr leistungsfähige Messaging-Features sind auch Pflicht.
Wenn man damit vernünftig mobil bloggen könnte, wäre ich auch nicht sauer. Mit anderen Worten: Das neuste Mass aller Dinge im Bereich der konvergenten Devices ist gesucht.
Meine Wahl fiel nach einiger Evaluation auf den neuen Qtek 9100, der auch als Orange SPV 6000, XDA pro mini und imate K-JAM verkauft wird. Das Gerät wird, wie die meisten Windows-Mobile-Devices, vom taiwanesischen Hersteller HTC gebaut und hört dort auf den Codenamen “Wizard”. Gegenüber dem grossen Bruder Qtek 9000 unterscheidet sich der 9100 vor allem durch den kompakteren Form-Factor (der auch einen kleineren Bildschirm mit geringerer Auflösung mit sich bringt), sowie durch die Abwesenheit einiger Features, die man wohl nicht unbedingt braucht — mobile Videokonferenzen zum Beispiel. Dafür bietet der Kleine schnelle Datenübertragung mit EDGE und nicht das vor allem international noch kaum brauchbare UMTS.
Auch eine Tastatur gibt es: Clevererweise lässt sich der 9100 horizontal aufschieben, und der Bildschirm schaltet sich automatisch ins Querformat um. Die zum Vorschein kommende Tastatur ist deutlich grösser als das, was man sonst von Treo & Co. kennt, vielleicht etwa vergleichbar mit einem Erstgenerations-Blackberry. Ideal also für Messaging-Junkies und Leute, die mal einen kleinen Text unterwegs erfassen wollen. Insgesamt würde ich diesem Mini-Keyboard die Note “brauchbar” geben. Es ist um einiges treffsicherer bedienbar als etwa die Tastatur des Nokia 9500. Ärgerlich sind nur ein paar merkwürdige Tastenkombinationen. Warum zum Beispiel kann man Punkt und Komma nur mit merkwürdigen Steuerungstasten erreichen? Ganz abgeschafft ist Interpunktion ja nun auch wieder nicht, nicht mal bei E-Mails.
Der Qtek 9100 verwendet Windows Mobile 5.0, die neuste Version des einst als Windows CE bekannten Betriebssystems. Revolutionäre Neuerungen gibt es nicht, aber an den Ecken und Kanten wurde fleissig gefeilt. Eine grössere Änderung ist, dass die Daten neuerdings immer im Flash-Memory gespeichert werden. Auch nach einem Batterieausfall sind die wichtigen Kontakte, Termine und E-Mails also noch da, eine deutliche Verbesserung gegenüber den vergesslichen alten Windows-CE-Maschinen. Dadurch handelt man sich aber gleichzeitig den Nachteil langsamerer Zugriffszeiten auf den Speicher ein, was aber bei normaler Benutzung nicht tragisch ist.
Wirklich schön sind die Kommunikationsmöglichkeiten: Es gibt WLAN, Bluetooth, EDGE, GPRS, Infrarot und USB. Da bleibt keiner allein. Aber neben der Kommunikationselektronik muss auch die Software stimmen, die darauf aufbaut.
Und das ist genau der Bereich, in dem mich der Qtek wirklich positiv überrascht hat, gerade im Vergleich mit dem Nokia 9500: Der portable Internet-Explorer ist blitzschnell und layoutet Seiten intelligent für den kleinen Bildschirm um. Die eher lahme Opera-Version im Nokia kann da wirklich einpacken. Auch die Mail-Anwendung ist sehr brauchbar, und Kalender sowie Kontaktverwaltung synchronisieren sich mit Outlook sowieso praktisch perfekt. Am deutlichsten zeigen sich der Unterschiede, sobald man Zugfriff auf ein WLAN hat: Mit dem Qtek kann man da wirklich schon in sehr ansprechender Geschwindigkeit surfen, mit dem Nokia hingegen artet der Internet-Ausflug zum Geduldsspiel aus. Und während man bei anderen Geräten immer explizit auswählen muss, wie man denn gern genau aufs Netz zugreifen würde, ist der Qtek zufrieden, sobald er sich mit irgendwas verbinden kann, was irgendwie nach Internet ausssieht. Und er nimmt dann einfach die schnellste verfügbare Variante.
Ein paar Wermutstropfen bleiben auch bei diesem Gerät: Der Prozessor ist leider zu lahm, um Skype vernünftig laufen zu lassen. Vorerst bleibt es also bei den teueren Mobile-Tarifen. UPDATE: Skype hat gerade heute eine neue Version für langsamere Pocket-PCs herausgebracht, die recht passabel zu laufen scheint. Voraussetzung ist allerdings eine perfekte WiFi-Verbindung.
Es gibt auch ein paar sehr unerwartete Verhaltensweisen. Beispielsweise läuft der E-Book-Reader von Microsoft noch nicht brauchbar auf den neuen Windows-Mobile-5.0-Geräten, und hin und wieder vergisst das Ding auch mal eine Konfigurationseinstellung, wenn man zu plötzlich rebootet (und rebooten muss man — schliesslich handelt es sich um ein Windows-Gerät — schon ab und zu).
Aber insgesamt ist es recht beeindruckend, was die neuste Generation von Windows-Mobile-Geräten an Qualität und Features liefert. Die Konkurrenz aus der Symbian- und Palm-Ecke sieht da derzeit wirklich nicht besonders gut aus im Vergleich.
Insgesamt: kein Quantensprung, aber doch eine sehr solide Verbesserung. Es ist wieder ein Stück einfacher geworden, den PC auf Reisen auch mal zu Hause zu lassen, ohne auf viel verzichten zu müssen. Mit dem faltbaren Stowaway-Keyboard von ThinkOutside braucht man dabei nicht mal auf eine vollwertige Tastatur zu verzichten. Die universelle digitale Mobilität ist wieder etwas näher gerückt.
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Seyit
Ich habe aus der Niederlande in den Ferien mir ein Qtek 9100 gekauft drr Nachteil ist das die Sprache Niederländich ist und nicht verändert werden aknn. Dadurch wollte ich Fragen ob es einen Weg gibt die Sprache zu ändern