Museum of Modern Betas:
Wenn Web 2.0 zu weit geht…
Bekanntlich wird im Web-2.0-Zeitalter eine neue Software ja nie richtig fertig, sondern ist ständig im Beta-Stadium. Und ebenso normal ist es, neue Ideen nicht erst im stillen Programmier-Kämmerlein auszuarbeiten, sondern so früh wie möglich mit einer Public Beta an die Öffentlichkeit zu gehen. Dagegen ist ja grundsätzlich auch nichts zu sagen, wie zahlreiche erfolgreiche Beispiele zeigen.
Dass der Beta-Fetischismus manchmal auch etwas übertrieben wird, zeigen einige der Beispiele auf dem “Museum of Modern Betas”. Diese Site hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle diese sinnvollen und teilweise auch weniger sinnvollen Betas zu sammeln, zwecks Würdigung durch das geneigte Publikum.
Die Qualitäts-Bandbreite ist enorm.
Neben bekannten Betas der etablierten Player (Google Transit, Microsoft Fremont usw.) gibt es diverse clevere Ideen zu entdecken, aber auch Dinge, bei denen man sich wirklich fragt, ob es sich da einfach um einen Scherz handelt. Und auch recht zahlreich sind Projekte, die zwar nett gemacht sind, bei denen aber mal jemand dem zuständigen Entwicklerteam erklären sollte, dass man mit Software vor allem dann was verdienen kann, wenn man nicht das gleiche macht wie alle anderen (braucht die Welt wirklich noch eine Search-Engine, noch einen Blogging-Dienst und noch ein personalisierbares Portal?).
Einige sind auch richtig ehrgeizig. Die Schöpfer von Tractis versprechen beispielsweise: “Tractis empowers any organization or individual to negotiate contracts, sign them digitally and solve disputes through the internet in a secure, cost-effective and legally binding way.” Wow. Endlich macht mal jemand die ganzen Anwälte überflüssig, und das mit ein bisschen .NET-Code.
Lustig sind einige der subversiveren Ideen, z.B. Slashdoc. Dieser Service bietet einem an, eine Deponie für alle unnützen Dokumente (alte Schulaufsätze, Gedichte, Entwürfe für den Roman, den man schon lange schreiben wollte etc.) zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, diese Werke möglichst vorteilhaft bei den bekanntesten Suchmaschinen zu positionieren. Nun ja, wer weiss schon, ob solcher vermeintlich unnötiger Content nicht für jemand anderen wertvoll sein kann? Das ist eben “Long Tail” konsequent umgesetzt.
Jedenfalls zeigt dieses “Museum”, was für eine Kreativitätsexplosion die Web-2.0-Konzepte ausgelöst haben. Mit allen sehenswerten und vergessenswürdigen Resultaten, die so etwas mit sich bringt.
(via Scobleizer)












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