Pulitzer-Preis tastet sich langsam in die Online-Welt vor
Den Pulitzer-Preis muss man wohl kaum besonders vorstellen. Dieser weltweit wohl prestigeträchtigste Journalismus-Preis kann als eine Art (amerikanischer) Nobelpreis der schreibenden (und inzwischen auch fotografierenden und Cartoon-zeichnenden) Zunft angesehen werden.
Das Wall Street Journal berichtet, dass der Pulitzer-Preis nächstes Jahr zum ersten Mal in allen Kategorien Online-Inhalte zulassen wird. Preis-Administrator Sig Gissler sagt dazu:
“This reflects the growing importance of online content, but, at the same time, print remains very important. And I think the Pulitzer competition now reflects a blend of print and online, which is what most newspapers are seeking to achieve these days.
“
Ganz so revolutionär will man dann aber doch auch wieder nicht sein: Der Online-Content darf nur als Zusatz zu einem gedruckten Werk präsentiert werden, quasi als Verstärkung. Die einzige Ausnahme ist die Kategorie “Breaking News”, wo reine Online-Beiträge teilnehmen dürfen. Aber immerhin denkt man beim Preiskommittee auch darüber nach, irgendwann einmal eine Kategorie spezifisch für Online-Journalismus einzuführen.
Vorschnelles Handeln gegenüber neumodischen Medien kann man also dem ehrwürdigen Pulitzer-Kommittee kaum vorwerfen. Aber es ist ein wichtiges Signal für crossmedialen Journalismus, dass jetzt auch Online-Inhalte ihre wohlverdiente Rolle spielen können. Denn nach wie vor gibt es in der Medienbranche einen grossen Image-Graben zwischen Online- und “richtigem” Print-Journalismus. Hoffentlich trägt diese Öffnung des Pulitzer-Preises dazu bei, auch den traditioneller gesinnten Gruppen zu zeigen, dass es letztlich nur um eins geht: Echten Qualitätsjournalismus zu bieten, unabhängig vom Trägermedium.
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