Google baut Infrastruktur mit RSS-API aus

Andreas Göldi, 27. Dezember 2005 um 21.23 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Als Google kürzlich seinen eigenen RSS-Reader (reader.google.com) vorgestellt hat, habe nicht nur ich mich gewundert, warum sich der Suchmaschinen-Gigant mit so einem eher mittelmässigen Produkt in den sowieso schon überfüllten RSS-Markt traut.

Das Rätsel scheint sich jetzt zu lösen: Google Reader war offenbar nur eine Testanwendung für etwas sehr viel Bedeutenderes. Nial Kennedy berichtet, dass Google demnächst ein eigenes API für seine RSS-Infrastruktur vorstellen wird. Damit soll es den Entwicklern von Feedreadern aller Art möglich werden, RSS-Feeds von Google verwalten zu lassen — samt Content-Speicherung, Suchfunktionen, Synchronisierung und Unread-Status.

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Eine Fernbedienung für alles? Oder:
Das Usability-Problem der Consumer-Electronics-Branche

Andreas Göldi, 21. Dezember 2005 um 11.21 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Neulich erhielt ich ein äusserst nützliches Geschenk (nochmals vielen Dank, liebes Publiconnect-Team!): Eine umfassend konfigurierbare Universalfernbedienung Harmony 525 von Logitech.

Das Problem, das dieses Gerät lösen soll, kennen wohl die meisten Anwender von Heimelektronik: Der Gerätepark im Wohnzimmer ist inzwischen so gross, dass sich die Fernbedienungen buchstäblich stapeln.

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Weitere Stimmen zum Classifieds-Markt

Andreas Göldi, 21. Dezember 2005 um 10.02 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Zum Thema ökonomische Veränderungen im Classifieds-Markt habe ich hier ja schon einiges geschrieben (hier, hier und hier).

Zwei weitere Artikel zu diesem Themenkreis sind empfehlenswert:

Dorian Selz schreibt drüben bei Columbus mehr über die theoretischen Hintergründe von Transaktionskosten. Ich glaube weiterhin, dass das Verständnis dieses Konzepts essentiell ist, wenn man über die ökonomische Zukunft von Online-Classifieds nachdenkt. Auch die ganz klassische Theorie von Ronald Coase lässt sich in gewisser Weise auf den Desintegrationsprozess anwenden, den wir in diesen Märkten gerade erleben.

Ins gleich Horn stösst Venture Capitalist Bill Burnham. In einem längeren Artikel äussert er sich sehr pessimistisch über die Zukunft von “Walled Gardens”, zu denen auch die meisten klassischen Classifieds-Sites gehören. Offene Technologien wie RSS in Kombination mit leistungsfähigen Suchdiensten werden dazu beitragen, so Burnham, dass das Businessmodell dieser kostenpflichtigen Sites in sich zusammenfallen wird. Er verweist auch auf den ziemlich grossen Erfolg von Google Base (trotz seiner Schwächen), das nach kurzer Zeit schon mehr als eine Million Einträge aufweist.

Und auch er sieht die Zeit der kostenpflichtigen Online-Classifieds zu Ende gehen:

With Google Base fully in place (and ultimately similar services from Yahoo, Microsoft, and Amazon), why in world would anyone pay to have their listings displayed or pay to have to access to a database of listings? After all, if you publish the listing on your own site Google will automatically index it and then list it within Google Base within the next few days and if you want to make sure they get it immediately, you can just submit if directly to Google Base or register your RSS feed with them (a feature I’ll bet they are likely to add). Instead of charging you (or its end users) for the privilege, Google will make money off of the advertising it sells around the listings. Perhaps you may even be able to pay a fee to have your particular listing «advertised» in a preferential position.

Mit anderen Worten: Verdienen tut nur noch Google und vielleicht noch der eine oder andere von Googles Konkurrenten — zumindest, was die Anzeigenumsätze angeht.

Ich denke auch, dass das die mittelfristige Entwicklung sein wird. Eins darf man aber nicht ganz unterschätzen: Der durchschnittliche professionelle Classifieds-Inserent, sagen wir eine Immobilienverwaltung oder ein Autohändler, hat keine IT-Abteilung, die mal schnell einen RSS-Feed an die interne Software hängen kann. Diese Firmen wollen Dienste wie Google Base auch benutzen, brauchen aber Unterstützung bei der Selektion der Plattformen und bei der technischen Durchführung.

Und genau bei solchen Dienstleistungen (wiederum unter dem Stichwort Senkung der Transaktionskosten) wird in Zukunft einiges an Geschäft zu machen sein. (Full Disclosure: Ich war in den letzten Monaten involviert im Aufbau einer Firma, Publiconnect, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt).

Immer diese komplizierten Fachbegriffe!

Andreas Göldi, 20. Dezember 2005 um 12.43 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Über den Ärger, den der Verband Schweizer Presse derzeit über das neue Newsportal des Schweizer Fernsehens empfindet, wurde hier ja schon berichtet.

Eine lustige Fussnote dazu (via Medienspiegel) ist eine kleine Verwirrung um technische Begrifflichkeiten. Der Verlegerverband schreibt da nämlich in seiner Pressemitteilung:

Als Minimalforderung stellen die Verleger die Idee zur Diskussion, privaten Internet-Anbietern den unentgeltlichen Zugang zu SRG-Inhalten für das Streamlining von Filmen, O-Tönen usw. zu ermöglichen, da die Herstellung dieser Inhalte ja schon durch Gebühren, d.

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Qtek 9100 und Windows Mobile 5.0:
Quantensprung bei den Mobilgeräten?

Andreas Göldi, 17. Dezember 2005 um 22.31 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Und hier wieder einmal ein Beitrag aus der beliebten Reihe “Gadgets in der Praxis”.

Seit einigen Monaten war mein ständiger digitaler Begleiter ein Nokia Communicator 9500. Dieses Gerät überzeugt durch seine umfassende Featureliste: WLAN, EDGE, GPRS, Opera-Browser, Multi-Inbox-fähige E-Mail-Software, “echte” Tastatur usw. Und dazu ist das Ding auch noch sehr brauchbar als Telefon. Aber einige Dinge am Nokia stören: die Geschwindigkeit ist sehr mässig, und die Multimedia-Features sind auch eher bescheiden. Und dazu wird das Ding seinem (liebevoll gemeinten) Spitznamen “The Brick” mehr als gerecht.

Unter anderem darum habe ich mich wieder mal im Gadget-Markt nach einem neuen PDA umgesehen. Natürlich sollte es ein Gerät mit eingebautem Telefon und WLAN sein. Die üblichen PDA-Features setzen wir sowieso mal voraus, und sehr leistungsfähige Messaging-Features sind auch Pflicht.

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Classifieds:
Search.ch schlägt wieder zu

Andreas Göldi, 16. Dezember 2005 um 11.43 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Kaum ein Tag vergeht ohne Neuigkeit aus dem Classifieds-Bereich. Ist ja aber auch ein spannendes Thema.

Gerade hat die führende nationale Suchmaschine search.ch ihre neue Immobiliensuche als Beta freigeschaltet: immo.beta.search.ch. Search.ch hat ja schon mit dem Kartendienst map.search für internationales Aufsehen gesorgt, weil das eine der global ersten richtig guten AJAX-Applikationen war.

Immo.search setzt jetzt nochmal eins drauf: Auf dem bekannt guten Kartenmaterial von search.ch werden Immobilienanzeigen angezeigt, die offenbar von den Partner-Plattformen von Search.ch bezogen werden (gespiderte Anzeigen hab ich zumindest noch keine entdedeckt) von diversen Classifieds-Sites gespidert werden.

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Microsoft und Web 2.0:
Kulturell noch ein weiter Weg

Andreas Göldi, 16. Dezember 2005 um 8.30 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Kürzlich hat uns Microsoft ja mitgeteilt, dass man auch am Web-2.0-Hype teilzunehmen gedenkt, und daher hat man unter den Labeln “Windows Live” und “Office Live” eine Reihe neuer Internet-basierter Dienste angekündigt. Die Betonung liegt auf “angekündigt”, denn bis auf eine neu angepinselte Version des experimentellen start.com-Portals gab es noch nichts zu sehen.

Aber man ist ja neugierig, und daher habe ich mich natürlich erwartungsfroh angemeldet für die bald startenden öffentlichen Beta-Tests, die in der Web-2.0-Welt ja zum Standard gehören (Böse Zungen sagen freilich, dass Microsoft schon immer öffentliche Beta-Tests gemacht hat, nur nannte man es dort nicht so, sondern “Version 1.0″. Aber lassen wir das.).

Heute hatte ich nun eine locker-flockig geschriebene (Web 2.0! Alle jung und gut drauf!) Mail in der Inbox, die mich darüber informierte, dass ich ab sofort Windows Live Mail ausprobieren könne, also den Nachfolger von Hotmail. Prima!

Aber gleich kommt der erste Knackpunkt: Ich muss mich zuerst für eine Hotmail-Adresse registrieren. Verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz, denn dem Vernehmen nach will Microsoft jetzt neue Adressen im Format “irgendwer@livemail.com” vergeben. Warum soll ich mich da nochmal für das Auslaufmodell anmelden?

Zweiter Knackpunkt: Der schöne rote Button, der da in der Mail zum Registrieren auffordert, funktioniert nicht. Natürlich nicht, denn ich Dummbeutel hab mich vorher ja auch mit meiner Gmail-Adresse angemeldet und benutze selbige mit –gasp– Firefox. Bei so viel Konkurrenz-Technologie muss ein Microsoft-Button ja versagen. Nachdem ich die Mail per POP3 in Outlook runtergeladen hatte, ging’s dann doch noch…

Dritter Knackpunkt: Nach diversen Umwegen doch noch vermeintlich ans Ziel gelangt, informiert mich das System darüber, dass Windows Live Mail derzeit nur angeboten wird in USA, Grossbritannien, Deutschland, Spanien, Italien, Brasilien, Japan, Frankreich, China, Kanada und Australien. Und natürlich nicht in exotischen Ländern wie der Schweiz. Wie konnte ich auch nur auf so eine absurde Idee kommen? Ausserdem informiert mich die Rechtsabteilung auf der gleichen Seite noch darüber, dass ich mit dem Drücken von “Submit” mich für alle Zeiten verpflichte etc.etc.etc.

Liebe Freunde von Microsoft:

1) Ich weiss, Ihr habt auf gewisse Dinge das Monopol, aber bei anderen seid Ihr arg im Rückstand. Wenn man Kunden zurückgewinnen will (z.B. für webbasierte Mail), sollte man es den Usern so einfach wie möglich machen, bei Euch Kunde zu werden. Selbst wenn sie derzeit das Mail-System der Konkurrenz verwenden.

2) Vielleicht habt ihr es noch gar nicht gemerkt, aber das Internet ist global. Das heisst, dass ein neues Produkt überall gleichzeitig zur Verfügung stehen muss. Ich weiss ja, dass ihr intern nach Ländern organisiert seid und dass es das schwierig macht, überall parallel auf den Markt zu kommen. Aber, ehrlich gesagt, das interessiert ausserhalb Eurer Firma wirklich keinen.

3) Feuert Eure Rechtsabteilung. Erstens verliert sie immer alle Kartellprozesse, und zweitens vergrault sie auch noch den Rest der freiwilligen Kunden.

Structured Blogging:
Eine neue Dimension für Content-Erschliessung und Classifieds?

Andreas Göldi, 15. Dezember 2005 um 9.50 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Gestern hat die Structured-Blogging-Initiative (structuredblogging.org) nach einiger Vorbereitungszeit offiziell ihre Existenz und ihre Ziele angekündigt. Diese Gruppe, die von diversen namhaften Firmen aus der Blogging- und Social-Software-Ecke unterstützt wird, will das ach so chaotische Bloggen etwas strukturierter machen.

Blog-Einträge, die einen teilweise strukturierten Charakter haben, sollen mit geeigneten XML-Formaten besser maschinenlesbar gemacht werden. Typische Beispiele dafür sind Events, Rezensionen, Lebensläufe, Kleinanzeigen usw., also Dinge, bei denen zusätzliche Meta-Daten einen echten Nutzen für die Weiterverarbeitung bringen. Der Nutzen ist klar: Suchmaschinen sollen dadurch wesentlich präzisere Resultate für bestimmte Arten von Daten liefern können, und das alles aufbauend auf den bewährten RSS-Mechanismen.

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Museum of Modern Betas:
Wenn Web 2.0 zu weit geht…

Andreas Göldi, 14. Dezember 2005 um 9.16 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Bekanntlich wird im Web-2.0-Zeitalter eine neue Software ja nie richtig fertig, sondern ist ständig im Beta-Stadium. Und ebenso normal ist es, neue Ideen nicht erst im stillen Programmier-Kämmerlein auszuarbeiten, sondern so früh wie möglich mit einer Public Beta an die Öffentlichkeit zu gehen. Dagegen ist ja grundsätzlich auch nichts zu sagen, wie zahlreiche erfolgreiche Beispiele zeigen.

Dass der Beta-Fetischismus manchmal auch etwas übertrieben wird, zeigen einige der Beispiele auf dem “Museum of Modern Betas”. Diese Site hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle diese sinnvollen und teilweise auch weniger sinnvollen Betas zu sammeln, zwecks Würdigung durch das geneigte Publikum.

Die Qualitäts-Bandbreite ist enorm.

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Telefonieren jetzt auch mit Microsoft

Andreas Göldi, 13. Dezember 2005 um 15.01 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das war zu erwarten: Jetzt bricht definitiv die nächste grosse Schlacht im Internet aus, und zwar im VoIP-Bereich. Alle jagen Skype. Nach Yahoo hat gestern auch SIPphone angekündigt, demnächst einen Computer-to-Phone-Dienst mit günstigeren Konditionen als Skype anzubieten. Zumindest mal für die USA, aber der Rest der Welt wird vermutlich kaum lange auf sich warten lassen.

Und heute legt Microsoft nach: Unter dem wie immer extrem eleganten und kompakten Produktnamen “MCI Web Calling for Windows Live Call” wird Microsoft seinen Messenger erweitern und ab 2006 zusammen mit MCI Anrufe ins normale Telefonnetz anbieten.

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