Verkehrte Welt:
Ex-FT-Chefredakteur gegen, Google für Print-Medien

Der “Media Guardian” (kostenlose Registrierung nötig) berichtet über eine Kolumne des gerade gefeuerten Chefredakteurs der Financial Times, Andrew Gowers. Dieser lässt sich in deutlichen Worten über die seiner Meinung nach inexistente Zukunft der Print-Medien aus:

“Working in print, pure and simple, is the early 21st century equivalent of running a record company specialising in vinyl,” Mr Gowers said.

“The future lies with the internet, and those newspapers that survive will be those that produce truly original content and learn fastest how to translate it into the all-encompassing, all-singing, all-dancing new medium of the web.”

Auch wenn man natürlich diese Aussagen abtun kann als Verbalattacke eines verbitterten Ex-Chefredakteurs, muss man Gowers allemal zugestehen, dass er weiss, wovon er redet. Die Financial Times ist eine der wenigen Zeitungen, die ein wirklich vernünftiges Online-Angebot aufweisen kann. Gowers will nicht verraten, aufgrund welcher “strategischer Differenzen” er entlassen wurde, aber diese Aussagen lassen zumindest vermuten, dass es was mit Internet zu tun haben könnte.

Google, eine Firma, die bekanntlich dem Internet gegenüber mehrheitlich positiv eingestellt ist, sieht die Zukunft der Print-Medien währendessen nicht ganz so negativ, wie SmartMoney berichtet. Schon seit Monaten experimentiert Google mit dem Verkauf von Print-Werbung, zunächst nur in IT-Fachzeitschriften.

In einem nächsten Schritt will Google nun offenbar auch Werbung in Tageszeitungen an ihre Werbekunden vermitteln. Wie das genau aussehen wird, ist noch nicht bekannt, aber die Grundrichtung ist konsistent mit den zunehmend klarer werdenden Plänen der Suchmaschine, auch in den klassischen Medien eine wesentliche Rolle zu spielen.

Und da Google mit sowas ja auch nie viel Zeit verliert, gibt es bereits einen Online-Service, natürlich wie immer in Beta: Google Publication Ads.

Tja, da kann man nur sagen: “The grass is always greener on the other side of the fence”.

(via Medienspiegel und Memeorandum)

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