Microsoft, Apple und die konzeptionelle Klarheit

Andreas Göldi, 8. November 2005 11:28 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Gary Reynolds schreibt ein interessantes Blog über Präsentationstechnik. In einem neuen Beitrag vergleicht er die neusten Produktankündigungspräsentationen von Bill Gates und Steve Jobs: Microsoft Live vs. Apples neue iPod-Linie mit ihren Video-Downloads.

Hier zwei Bilder, die den jeweiligen Höhepunkt dieser beiden Präsentationen darstellen — den einen entscheidenden Moment, in dem die Redner versuchen, ihre wesentliche Aussage herüberzubringen und zu verkaufen.

Bill Gates:

Steve Jobs:

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Hmm. Da fragt man sich doch, welche Firma eine klarere Vorstellung von den wesentlichen Vorteilen ihres Produktes hat…

Aber dieser Unterschied ist natürlich nur symptomathisch für die andersartige Aufstellung dieser beiden Unternehmen: Microsoft verkauft an grosse Unternehmen, in denen jedes Mitglied des (normalerweise grossen) Entscheidungsgremiums seine spezifischen Anliegen bedient sehen will. Darum muss die Argumentation sehr vielgleisig, technisch und kompliziert sein.

Apple hingegen ist heute faktisch zur Consumer-Electronics-Firma geworden. Und wie stand es mal so schön im Economist: “Consumers buy things, not systems”. Ob ich zum iPod oder zu einem anderen Produkt greife, hat was damit zu tun, ob mich ein paar ganz einfache Argumente überzeugen. Die theoretischen Möglichkeiten der “Plattform” dahinter sind mir herzlich egal. Das Zeug soll einfach funktionieren.

Bekanntlich war Apple aber mit dieser Einfachheit im Grosskonzern-Umfeld nicht besonders erfolgreich, dafür jetzt umso mehr bei den Endkonsumenten. Nun versucht Microsoft eine Aufholjagd im “Consumer-Space”, bleibt aber bei seiner komplizierten Methode der Kommunikation hängen.

Unnötig zu erwähnen, wem man wohl mehr langfristigen Erfolg im Konsumentenmarkt zutrauen darf…

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