Zukunft der Mobilgeräte:
Spezialisten statt Alleskönner?

Andreas Göldi, 28. Oktober 2005 09:24 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

In einem Vortrag neulich habe ich die These aufgestellt, dass der Entwicklungstrend bei mobilen Geräten eher zu spezialisierten Devices geht, die für einen bestimmten Zweck optimiert sind, als zu einer weiteren Miniaturisierung des alleskönnenden PCs. Das heisst, dass eher der iPod das Modell der Zukunft ist als ein weiter geschrumpfter Windows-PC.

Eine ähnliche Meinung hört man nun — ausgerechnet — aus dem Hause Microsoft. Ray Ozzie, neuer Services-Chef in Redmond und bekannt als Erfinder von Lotus Notes und Groove, äusserste sich kürzlich bewundernd über das iPod-Modell. Die Integration von spezialisierter Hardware, Software und dazugehörigen Services (iTunes mit seinen Download-Möglichkeiten) sieht Ozzie als wegweisend an.

Ähnlich sprach er auch über den BlackBerry, der mit seinem “Nur Email”-Konzept in kürzester Zeit zum Standard für mobiles Messaging wurde.

Bereits blubbern wilde Spekulationen durch die Blogosphere, ob das denn nun ein Zeichen dafür sein könnte, dass Microsoft sich von seiner bisherigen Überzeugung (der Windows-PC als Universalgerät für überhaupt alles) verabschieden wird. Tatsächlich ist die Microsoft-Intel-Fraktion in der letzten Zeit nicht so richtig vorangekommen. Windows Vista (ehemals Longhorn) lässt weiter auf sich warten und wird nicht den grossen Durchbruch darstellen, den man sich erhoffte. Die nächste Office-Version wird recht radikal das User-Interface verändern, damit man überhaupt wieder mal was Neues zeigen kann. Fraglich, ob das ankommen wird.

Wohl am schlimmsten sieht es bei den mobilen Geräten aus: Der Tablet-PC ist, so sehr ich das bedaure, weiterhin ein Flop. Seit Jahren gab es bei Windows-Notebooks keinen echten Durchbruch mehr.

Und die neuen Konzeptstudien aus dem Hause Intel überzeugen auch nicht recht. Kürzlich wurde dort das Referenzdesign “Ruby” für einen hypertragbaren Tablet-PC vorgestellt. Sicher nett für Gadget-Freaks, aber mal im Ernst: Soll wirklich ein Normaluser mit sowas rumlaufen? Ganz offensichtlich ist es schwierig, die PC-Architektur auf eine PDA-ähnliche Grösse zu schrumpfen (schon alleine wegen der Hitzeemmissionen). Und dass das PC-typische Benutzerninterface halt einfach für kleine Mobilgeräte schlecht geeignet ist, sieht man an den relativ hilflosen Versuchen, Tastaturen und hochauflösende Screens in solche Mini-Devices zu quetschen.

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