Der neue iPod:
Interessanter Versuch mit Video-Content
Gestern war wieder mal Feiertag in der Mac-Gemeinde: Produktankündigungen von Apple. Wie immer zog Steve Jobs seine “One more thing”-Show durch und präsentierte ein paar schöne neue Spielzeuge.
Wichtigstes Announcement: Der neue iPod, der auch Video abspielen kann. Schon lange erwartet und jetzt endlich eingetroffen, soll diese neue iPod-Generation mit einem deutlich grösseren Screen auch den mobilen Konsum von Videos mit einer halbwegs passablen Auflösung von 320×240 Pixeln ermöglichen.
Aber eigentlich viel relevanter als die Hardware finde ich die Ankündigungen auf der Inhaltsseite. Hier zeigt sich nämlich wieder mal, dass man bei Apple einfach mehr über Konsumentenwünsche nachdenkt als anderswo.
Während uns die Telcos auf ihren UMTS-Portalen mit häufig weitgehend nutzlosem Content (z.B. Filmtrailern) zu exorbitanten Preisen beglücken wollen, konzentriert sich Apple auf zwei Bereiche, die auf Mobilgeräten tatsächlich funktionieren könnten: Musikvideos und Serien-Episoden. Und das zum sehr fairen Preis von $1.99 pro Stück, demnächst downloadbar auf iTunes. Dank dem Rundum-Sorglos-Prinzip von iTunes werden die Video-Downloads auch halt einfach funktionieren, ohne dass man wie bei UMTS viel Geduld und Kompromissbereitschaft hinsichtlich der Qualität aufbringen muss.
Bei den Serien liefert Apple nicht irgendwelche Drittklass-Konservenware wie andere, sondern dank guter Beziehungen zu Disney unter anderem die Top-Hits “Desperate Housewives” und “Lost”. Also wirklicher “Must see”-Content, ideal geeignet dafür, die Akzeptanz von mobilem Video zu testen und zu förden. Denn wenn “Desperate Housewives” nicht funkioniert, was sollte denn sonst funktionieren?
Könnte gut sein, dass Apple hiermit gerade die nächste Runde im Wettbewerb um den digitalen Content eingeläutet hat, natürlich mit dem klaren Willen, auch den Bewegtbild-Bereich unter Kontrolle zu bringen. Die Fernsehanstalten und Filmstudios selber haben es bisher ja nicht geschafft, einen auch nur annäherend brauchbaren Verbreitungsweg für ihre Inhalte über Online-Kanäle bereitzustellen. Da muss wieder mal ausgerechnet ein Gadget-Hersteller (gut, nicht einfach irgendeiner..) zeigen, wie es geht.
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