Informationsflut und Arbeitsüberlastung:
Das Ende der modernen Firma?
Interessante Cover-Story in der neuen BusinessWeek: Gut gebildete Leute, vorwiegend solche mit Management-Aufgaben, arbeiten zu viel. Viel zu viel. Angesichts der ganzen Flut von Informationen und Kommunikationsanfragen reicht der traditionelle 8-Stunden-Tag schon lange nicht mehr aus. Und immer mehr Leute kriegen den Eindruck, dass die Art und Weise, wie eine (grosse) Firma heutzutage organisiert ist, irgendwie sehr suboptimal ist.
Was tun? BusinessWeek empfiehlt, grob zusammengefasst: “Work smarter, not harder”. Na ja, nicht sehr hilfreich. Klingt irgendwie wie der
shtml”>Boss von Dilbert
Wenn ich mal für einen Moment etwas philosophisch werden darf: Wir haben es hier mit dem Phänomen zu tun, dass die Organisationsform “Firma” mit ihrem hierarchischen Aufbau ganz einfach für das offensichtlich gerade beginnende Informationszeitalter nicht mehr geeignet ist. Die moderne Firmenstruktur ist erst mit der Industralisierung entstanden und darum auf die Optimierung von industriellen Produktionsprozessen ausgerichtet. Das aber ist ein zunehmend kleiner werdender Anteil von dem, was die moderne Wirtschaft macht.
Das hab nicht ich mir ausgedacht, das sagen auch so relevante Leute wie Management-Überguru Peter Drucker:
“The corporation as we know it, which is now 120 years old, is unlikely to survive the next 25 years. Legally and financially yes, but not structurally and economically.Today’s corporation is structured around layers of management. Most of those layers are information relays, and like any relays, they are very poor. Every transfer of information cuts the message in half. There needs to be very few layers of management in the future and those who relay the information must be very smart.”
Die aktuellen Organisationsschwierigkeiten bei Microsoft sind vielleicht einfach ein weiteres Beispiel für diese Erscheinung.
Aber was kommt danach?
Das ist leider äusserst schwer zu sagen, diese Entwicklung wird Zeit bauchen. Ein Arbeiter in einer Textilfabrik im Manchester des 18. Jahrhunderts (sozusagen das Äquivalent zum modernen Wissensarbeiter im heutigen Stand der Entwicklung) hätte wohl kaum das Phänomen “globaler Automobilkonzern” vorhersehen können. Nicht nur hätte er keine Vorstellung vom dort hergestellten Produkt gehabt, es wäre ihm wohl ungeheuerlich erschienen, dass eine Firma so gross und auf der ganzen Welt verteilt sein kann.
Aber wir (oder unsere Nachfahren) werden wohl rausfinden, was denn genau nach dem Industriekonzern kommt. Interessant Zeiten, in denen wir leben.








Artikel per RSS
Diesen Artikel kommentieren