New York Times:
Konvergenz der Redaktionen

Andreas Göldi, 9. August 2005 17:58 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Für viel Aufsehen vor allem in Journalistenkreisen hat die Meldung gesorgt, dass die New York Times ihre Zeitungs- und Online-Redaktionen zusammenlegen will. In Zukunft wird es nur noch einen Newsroom geben, der sowohl für Print- wie auch Online-Medien produziert.

Der Laie wundert sich da zunächst darüber, dass es diese strenge Trennung bei den meisten Medienhäusern offenbar immer noch gibt. Eigentlich dachte man ja immer, dass die Printtitel auf ihren Websites den gleichen Qualitätsanspruch wie auf gedrucktem Papier verfolgen — ist ja schliesslich die gleiche Marke — und dementsprechend die Inhalte auch aus den gleichen redaktionellen Quellen speisen. Dem ist offenbar nicht so. Anscheinend gibt es immer noch einen grossen Graben zwischen “richtigen” Print-Journalisten und den (vermeintlichen) Agenturmeldungs-Zusammenstücklern aus dem Online-Bereich.

Diesbezüglich desillusioniert wundert man sich schon etwas weniger darüber, dass die meisten Zeitungs-Websites nach wie vor ein inhaltlich eher klägliches Bild abgeben. Und dass die Zeitungen ihre ach so wertvollen Print-Inhalte hinter Passwort-Mauern versauern lassen oder gleich nur auf kaum benutzbarem e-Paper online stellen, ist dann auch nicht mehr richtig überraschend.

Wieder mal so ein Fall also, wo die Konsumenten geistig schon erheblich weiter sind als die Produzenten, denn für immer mehr Leute spielt das Trägermedium für den Bezug von Nachrichten und Hintergrundinformationen keine grosse Rolle. Hauptsache, die Qualität der Quelle stimmt.

Aber die maximale Qualität kann im ach so fragmentierten Internet nur dann erreicht werden, wenn ein Medienunternehmen auch wirklich seine hochwertigsten Inhalte online in brauchbarer Form anbietet und die besten Journalisten auch für das Online-Medium schreiben lässt. Und der eine oder andere scheint langsam einzusehen, dass es sich rächt, wenn man das nicht tut.

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