Ringen nach Begriffen:
Continous Computing? Social Machines? Information Field?

Andreas Göldi, 13. Juli 2005 15:28 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wie nennt man das eigentlich, wenn man den ganzen Tag ein Gerät mit sich trägt, das

a) ein Mobiltelefon ist

b) vollen Internet-Zugang bietet

c) E-Mail abholt und sendet

d) digitalen Content (Musik, Video, eBooks, Games …) abspielen kann

…also zum Beispiel so eins? Oder so eins?

Wade Roush samt Co-Autoren nennt das in seinem Blog “Continuous Computing”. Wir bewegen uns mit “Social Machines” in einem ständig präsenten, mobilen “Information Field”, sagt er.

Erstaunlicherweise verwenden die Hersteller dieser Wundergeräte selbst eher trockene und technische Begriffe.

“Unlock your Business Mobility”, fordert uns Nokia auf. “Ultimate mobility and connectivity” mit “Mobile Media Companions” verspricht HP. “Ein handliches und bedienerfreundliches Smartphone” preist PalmOne an. Gähn.

Der obengenannte Blog-Artikel bringt das etwas weitblickender auf den Punkt: Diese Geräte (und ähnliche, wie z.B. WiFi-fähige Laptops) tun nichts Geringeres, als das soziale Verhalten ihrer Benutzer in vielen Aspekten sehr grundsätzlich zu verändern. Die ständige Verfügbarkeit eines extrem leistungsfähigen digitalen Kommunikations- und Informationskanals lässt uns in anderer Art und Weise mit unserer Umwelt agieren. Das kann jeder bezeugen, der in letzter Zeit einmal eine Fachkonferenz oder Sitzung mit technologieaffinen Teilnehmern besucht hat. Mindestens die Hälfte der Anwesenden liest gerade e-Mail, googelt nach weiteren Informationen zum behandelten Thema oder — neuster Trend — bloggt live mit, was da gerade passiert. Pech für den Referenten, der zu einer Schar halb geistig abwesender Zuhörer predigt. Aber gut für die Teilnehmer, die ihre Zeit (vielleicht) besser nutzen können.

Interessanterweise haben die meisten dieser Parallelaktivitäten primär etwas mit sozialer Interaktion zu tun, nur halt eben mit Leuten, die sich nicht im gleichen Raum befinden. Auch Content wird immer interaktiver behandelt. Wir tauschen laufend Inhalte mit anderen Leuten aus, über unser Blog, über Wikis, über Flickr, über Podcasts oder auch ganz konventionell über SMS und e-Mail, wann und wo auch immer. Das reine Konsumieren professionell aufbereiteter Medieninhalte wird weniger wichtig, je kontinuierlicher und universeller man diese Möglichkeiten zur digital vermittelten Interaktion zur Verfügung hat.

Tolle Sache, das alles. Nur weiss man halt bisher noch nicht so genau, wie das ganze heissen soll.

(via Roger Fischer)

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