Medienbudget:
Digitale Medien bereits deutlich am wichtigsten

Andreas Göldi, 6. Juli 2005 14:49 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Eine neue Studie des Verbandes Schweizer Presse zeigt auf, wie die Schweizerinnen und Schweizer ihr Medienbudget aufteilen. Pro Person Haushalt werden in der Schweiz jedes Jahr 3000 Fr. für Medien ausgegeben, wobei in diesem Betrag auch die für Medienkonsum nötigen Gerätschaften (Fernseher etc.) enthalten sind.

Überraschendes Ergebnis (oder auch nicht): Internet und Computer sind bereits jetzt die grössten Ausgabeposten mit knapp einem Viertel des Gesamtbetrags. Knapp dahinter folgt das Fernsehen mit 22%, für Printmedien werden 20% ausgegeben. Den Rest teilen sich diverse andere Medien.

Mir fällt auf, dass da ein wichtiges neues Medium nicht auftaucht, weil es vermutlich aus Sicht der Verleger noch nicht als Medium im klassischen Sinne wahrgenommen wird: Das Handy.

Natürlich kann man sich fragen, ob ein primär für One-to-One-Kommunikation genutztes Gerät mit Massenmedien verglichen werden sollte, aber eigentlich wäre es nur logisch, denn auch Internet-Anschlüsse werden zu einem grossen Teil für e-Mail, Instant Messaging, Skypen etc. genutzt.

Die Schweizer Mobilfunkbetreiber machen pro Jahr und Kunde einen Umsatz von über 1000 Fr. Dieser Betrag wäre also noch dazuzurechnen, woraus folgt: Das Handy ist heute das Medium, für das die Leute am meisten Geld ausgeben, gefolgt vom Internet.

Gemeinerweise ist durch diese technischen Medien eine Verschiebung der Einnahmen von den Content-Anbietern (also z.B. Verlagen) hin zu Hardwareherstellern und Infrastruktur-Betreibern (Internet-Provider, Mobile Operators etc.) erfolgt. All die technischen Komponenten machen heute schon deutlich mehr Umsatz als der ganze Content-Markt. Und was hinzukommt: Ein schöner Teil dieses Geldes wird in den USA und Asien verdient, nicht in Europa und schon gar nicht in der Schweiz.

So globalisiert sich der Medienmarkt auf eine nicht so offensichtliche Art und Weise. Obwohl im Schweizer Medien-(Content-)Markt die ausländischen Unternehmen keine besonders grosse Rolle spielen, fliesst doch ein grosser Teil der Konsumentenausgaben für Medien in den globalen Markt.

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