Stand der Dinge beim Tablet-PC — Teil 2:
Das Gerät
Da ist er also, mein neuer Tablet-PC. Ein Motion Computing LE1600, das Neuste auf diesem Gebiet. Motion ist ein radikaler Hersteller: Beim Auspacken des Geräts fragt man sich, wo denn wohl die Tastatur geblieben ist. Antwort: Es gibt keine. Ist schliesslich ein Tablet. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass man doch mal tippen will, gibt es immerhin verschiedene Tastatur-Varianten als Zubehör.
Es gibt nur einen Weg, eine neue Technologie wirklich gründlich zu testen, und das ist mit einem realitätsnahen Versuch.

Die Tatsache, dass man hier nicht meine grauenhafte Sauklaue wie oben sieht, sondern schönen ASCII-Text, deutet schon mal auf ein wichtiges erstes Ergebnis hin: Die Handschrifterkennung ist spektakulär gut.
Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie dieses Ding meine Handschrift (die ich meistens selbst nur mit Mühe entziffern kann) so gut lesen kann. Man kann in völlig normaler Geschwindigkeit und ohne besondere Sorgfalt schreiben, und die intelligente Erkennung macht den Rest.
Offensichtlich wird ein sehr leistungsfähiges Wörterbuch verwendet, das nicht nur einzelne Wörter, sondern auch den Satzkontext analysiert. Und damit wird eine Trefferquote erzielt, die ich so noch nicht einmal andeutungsweise gesehen habe. Man hat den Eindruck, dass das Ding schon weiss, was man sagen will, bevor man es überhaupt fertig geschrieben hat. Unglaublich. Und wenn doch mal was nicht richtig erkannt wurde, ist das nicht schlimm: Das System bietet sogleich intelligente Korrekturmöglichkeiten an, die mit wenigen Pen-Bewegungen die richtige Bedeutung auswählen lassen.
Da kann man Microsoft wirklich nur gratulieren. Wer wieder mal behauptet, dass Bills Jungs keine Innovationen hinkriegen, muss mal einen aktuellen Tablet-PC ausprobieren. Der Vorsprung gegenüber der ersten Tablet-Version vor knapp drei Jahren ist enorm.
Und was bietet das Gerät sonst so? Nun, vor allem diverse kleine Verbesserungen, die einen stiftbasierten Computer überhaupt erst brauchbar machen. Eingeloggt wird per Fingerabdruck-Sensor. Das schätzt man, wenn man wie ich ein «sicheres« Passwort mit vielen lustigen Sonderzeichen hat. Und auch die Anordnung aller Bedienungselemente ist sehr praktisch.
Wirklich toll ist das Display: Ich habe die raffinierteste (und teuerste) Variante gewählt, die mit irgendwelcher Voodoo-Technologie aus dem Verteidigungssektor die Lesbarkeit gegenüber normalen LCDs wirklich massiv verbessert. Vorbei die Zeiten, als man ein Tablet praktisch immer merkwürdig balancieren musste, um möglichst rechtwinklig aufs Display schauen zu können. Jetzt kann man damit wirklich umgehen wie mit einen Schreibblock aus Papier.
Ausser natürlich, dass ein Block nicht so heiss wird. Die durchaus respektable Prozessorleistung (immerhin ein Centrino mit 1.5 GHz) bringt natürlich eine entsprechende Wärmeentwicklung mit sich, die zwar die Benutzung keineswegs verhindert, aber doch nach einiger Zeit etwas ungemütlich werden lässt.
Ansonsten hat das Ding alles, was es braucht, um meinen normalen PC zu ersetzen: 60 GB Platte, 512 MB RAM, diverse Wireless-Connectivity.
Beim nächsten Mal: Die Software — was man mit einem Tablet mehr machen kann als mit einem normalen PC.
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