Swisscom, Microsoft und IPTV:
eine unglückliche Kombination?

Andreas Göldi, 2. Juni 2005 07:20 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Ankündigung, dass Swisscom den Rollout ihres ADSL-basierten Fernsehdienstes verschiebt, schlägt internationale Wellen.

Wie The Register berichtet, ist Swisscom nicht die einzige Telco, die sich mit der IPTV-Lösung von Microsoft schwer tut. Auch amerikanische Microsoft-Kunden wie SBC und Verizon sind offenbar alles andere als glücklich mit der technischen Reife des aus Redmond gelieferten Produktes.

Die Swisscom nannte in ihrer Verschiebungsankündigung die Netzkapazität von ADSL als Hauptgrund. Man schaut berechtigterweise die Tatsache, dass nur ein Kanal gleichzeitig zur Set-Top-Box übertragen werden kann, als zu limitierend an. Offenbar gibt es darüber hinaus aber noch mehr Probleme. Laut dem The-Register-Artikel ist die Software von Microsoft weder auf Server- noch auf Empängerseite ausgereift. Und ausserdem leidet die Lösung — grosse Überraschung — an der mangelnden Offenheit ihrer proprietären Schnittstellen.

Nun, besonders erstaunlich ist das ja nun alles nicht. Microsoft hat es noch nie in seiner Firmengeschichte geschafft, ein neues Produkt vor Version 3.0 wirklich brauchbar hinzukriegen. Das, was danach kommt, ist dann dafür meistens ziemlich gut und rollt den Markt von hinten auf, wie man im Bereich der PDAs gerade erleben kann.

Ärgerlich nur für Swisscom, dass man (zu früh?) auf den Riesen aus Redmond gesetzt hat und nun erleben muss, dass Cablecom ihren Vorsprung im “Triple Play” weiter ausbauen kann. Die 130′000 Telefonie-Kunden, die Cablecom im ersten Jahr gewinnen konnte, kratzen noch lange nicht an der Dominanz der Swisscom, aber sind doch immerhin ein Anfang und werden vor allem den Preiskampf weiter intensivieren.

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