Noch mehr Werbemedien:
In-Game und Podcasts

Andreas Göldi, 1. Juni 2005 06:23 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Als ob die Werbelandschaft nicht sowieso schon verwirrend genug wäre, tun sich laufend weitere Promotionskanäle rund um das Konvergenz-Phänomen auf. Zwei der derzeit interessantesten:

  • In Computerspielen taucht immer mehr Werbung auf. Einerseits werden direkt sichtbare Werbeflächen verkauft, zum Beispiel die Bandenwerbung in Sportspielen. Andererseits gibt es auch immer mehr subtiles (oder auch nicht so subtiles) Product-Placement. Da stärkt sich dann der Ballerspiel-Held nicht an irgendwas, sondern z.B. an Domino’s Pizza, und fährt nicht ein Phantasie-Auto, sondern einen Chrysler. Die zunehmende Vernetzung der Konsolen macht es sogar möglich, nach Erscheinen des Spiels laufend die Werbung auszutauschen. Attraktiv ist natürlich die Zielgruppe der Games, denn Computerspieler sind jung, meist konsumfreudig und benutzen immer weniger klassische Medien.

    Bisher ist dieses Phänomen kommerziell noch nicht riesig, aber Spiel-Riese Electronic Arts soll angeblich letztes Jahr immerhin bereits $10 Mio an Spiel-Werbung verdient haben. Und die Yankee Group schätzt, dass In-Game-Advertisingt und spezielle Werbespiele zusammen bis 2009 gar die Milliarden-Dollar-Grenze knacken werden.

  • Werbung in Blogs ist fast schon normal (dieser Trend ist ja auch schon mehrere Monate alt…), neu ist es aber, auch Podcasts, die derzeit grassierenden Audio-Blogs, für Werbezwecke zu nutzen. GM spielt da wieder den Vorreiter unter den Grosskonzernen mit “Fast Lane Radio”. Ein netter erster Versuch, aber inhaltlich muss so ein überlanger Radiospot wohl zukünftig schon mehr bieten als nur Interviews mit Produktmanagern, damit sich das jemand wirklich runterlädt.

Da darf man schon mal gespannt sein, wie die klassische Werbebranche mit diesen Phänomenen umgeht. Die meisten Werbeagenturen tun sich ja sogar immer noch mit ganz normalen Internet-Bannern einigermassen schwer.

Bemerkenswert ist, dass sich die Werbelandschaft mit solchen neuen Kanälen immer weiter fragmentiert. Ein Markt wie In-Game-Advertising ist schlichtweg nicht gross genug, dass es sich für viele Agenturen lohnen würde, extra spezielle Kompetenz darin aufzubauen. Trotzdem verlangen die Werbekunden von ihren Agenturen (bzw. Agenturnetzwerken), dass sie auch solche Medien belegen können. Das dürfte wohl der weiteren Globalisierung und Konzentration der Werbebranche eher Vorschub leisten. Aber andererseits entstehen vielleicht auch wieder Nischen für spezialisierte Klein-Agenturen.

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