Hurra:
Massenmedien gerettet vor Blogger-Bedrohung

Andreas Göldi, 18. Mai 2005 16:45 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Eine besonders gelungene Schlagzeile beschert uns heute die Agentur Pressetext Schweiz: “Studie: Weblogs ersetzen Massenmedien nicht”. Puh, da haben sie aber noch mal Glück gehabt, die Massenmedien.

Der Artikel bezieht sich auf eine neue Studie von Pew Internet & American Life Project und BuzzMetrics. Untersucht wurde das Verhalten von Bloggern während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs 2004. Resultat laut Artikel: Blogger spielten gar keine wirklich relevante Rolle und werden darum keinesfalls die Massenmedien in der öffentlichen Meinungsbildung ernsthaft konkurrenzieren.

Wer sich die Mühe macht, die

htm”>Originalmitteilung der Studien-Herausgeber zu lesen, findet da aber ganz andere und viel differenziertere Aussagen. Kein Wort von Rettung der Massenmedien (oder deren Bedrohung).

Da wird lediglich festgehalten, dass Blogs durchaus eine wichtige weitere Stimme im öffentlichen Diskurs sind. Allerdings, wird relativiert, publizieren nicht alle Blogger originäre Meinungen, sondern reflektieren oft nur, was von Politikern oder Medien zu hören ist.

Nun, mit Verlaub, das trifft vermutlich auch auf etwa 97% der professionellen Journalisten zu. Die Studie scheint aber auszusagen, was man leicht erkennen kann, wenn man sich nicht vom aktuellen Blog-Hype ablenken lässt: Blogs sind eher ein komplexes Forum, ein Medium des offenen Diskurses als eins der absichtsvollen Meinungspublikation.

Offenbar scheint die Blog-Paranoia bei vielen Journalisten schon so ausgeprägt zu sein, dass jede halbwegs kritische Meldung über die Blogosphere gleich als Sieg und Rettung des eigenen Berufsstands verkauft wird.

(via Jörg Eugster)

» Weitere Analysen lesen.

» Nächster Artikel: Noch mehr Werbemedien: In-Game und Podcasts
» Älterer Artikel: Digital Fotografieren: Jetzt definitiv bessere Qualität als Film?

» Drucken
» Merken/E-Mail


Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

Oder verbinde dich mit deinem Facebook-Account