Digital Fotografieren:
Jetzt definitiv bessere Qualität als Film?

Andreas Göldi, 16. Mai 2005 12:04 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Im Konsumentenmarkt ist die Schlacht längst entschieden: Wer zum Beispiel bei touristischen Sehenswürdigkeiten mitverfolgt, mit welchen Geräten die Touristen ihre Schnappschüsse machen, sieht sofort, dass digitale Fotografie die bei weitem dominierende Rolle spielt und sich das analoge, filmbasierte Knipsen auf dem Rückzug befindet.

Im Profi-Lager ist die Sache aber längst nicht so eindeutig: Reportagefotografie wird heute zwar meistens digital gemacht, schon alleine aus Zeit- und Kostengründen. Ansonsten schwärmen aber sowohl Profis wie auch ambitionierte Amateure immer noch von der weit überlegenen Qualität von Film.

Da ist es schon ziemlich bemerkenswert, wenn eine allgemein als kompetent und eher konservativ angesehene Fachzeitschrift wie “Popular Photography” in ihrer jüngsten Ausgabe schlicht und einfach behauptet:

popphoto.com/article.asp?section_id=4&article_id=1342&page_number=1″>Digital ist jetzt besser als Film. Punkt.

Getestet wurde die neue Canon EOS-1Ds Mark II mit 16 Megapixeln. Gegenübergestellt aus dem Analog-Lager wurde der neuste Kodak Gold-Film mit 100 ISO.

Das Resultat: Film bietet zwar immer noch eine klein wenig bessere Auflösung, was aber in der Praxis kaum eine spürbare Rolle spielt. Dafür gewinnt die Digitalkamera bezüglich Farbtreue, Bildkörnung, Belichtungstoleranz und natürlich auch Manipulationsmöglichkeiten deutlich. Den gesamthaften Bildeindruck sieht die Zeitschrift jedenfalls als deutlich besser an als beim Chemiefilm.

Da müssen sich die Analog-Fans jetzt schon langsam in den Bereich des 6×6 Mittelformats zurückziehen, wo natürlich dank des wesentlich grösseren Formats die Auflösungsunterschiede noch spürbarer sind. Aber auch dort dürfte das eine Frage der Zeit sein, wenn man sich die aktuellen High-End-Kameras z.B. von Hasselblad ansieht.

Die Konsequenzen für die kreative Bildgestaltung darf man nicht unterschätzen: Gerade durch die vielfältigen Beeinflussungsmöglichkeiten beim digitalen “Entwickeln” der rohen Bilddaten verschiebt sich der Gestaltungsakt immer mehr in die “Postproduktion”. Das Positive daran: Der Fotograf bzw. die Fotografin kann sich wirklich auf das Motiv konzentrieren und braucht sich keine Sorgen um jedes Einstellungsdetail zu machen. Das Negative: Die Fotografie-Kunst verliert wieder etwas von ihrem Mythos.

(via Engadget)

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