Legale Musik-Downloads jetzt auch in der Schweiz – mit ein paar Verbesserungspotentialen
Seit dieser Woche gibt es in der Schweiz endlich auch den iTunes-Musicstore von Apple. Zeit war’s ja. Vermutlich hat der Produktmanager wieder mal die Europakarte rausgenommen und festgestellt, dass da in der Mitte des Kontinents noch so ein kleiner komischer Markt ist, den man eigentlich auch noch abdecken könnte. Schön, denn damit steht jetzt 1 Million Songs zum legalen Download zur Verfügung.
Zeitgleich ist auch Sony mit dem Connect-Shop gestartet, der leider nur kompatibel mit den Sony-eigenen Abspielgeräten ist, aber immerhin auch 600’000 Songs bietet. Und schon etwas länger gibt es ja die beiden Migros-Konzerntöchter Ex Libris und M-Electronics, die sich lustigerweise immer noch fleissig konkurrenzieren. Ja, der Online-Markt ist halt unübersichtlich.
Alles prima also? Nun, machen wir ein einfaches Experiment. Nichts Hinterhältiges, sondern eine ganz banale Aufgabenstellung für einen Musikshop im Markt Schweiz: Wir hätten gern die Nr. 1 der Schweizer Hitparade runtergeladen.
Im Moment ist das gerade Castingshow-Hupfdohle Salome mit ihrem Bergler-Rocksong “Gumpu”. Suchen bei iTunes: Fehlanzeige. Sony Connect: Nix. M-Electronics: Nada. Ex-Libris: Leider auch nicht, aber dieser Shop empfiehlt uns dafür als Alternative die Arie “Ah! Du wolltest mich nicht Deinen Mund küssen lassen, Jochanaan” aus der Oper “Salome” von Richard Strauss. Auch sehr schön. Aber die Nr. 1 der Hitparade bleibt uns leider zum legalen Download verwehrt.
Gut, der künstlerische Verlust hält sich in Grenzen. Aber ernüchternd sind die Resultate doch. Weitere Experimente zeigen: Von den Top 10 der aktuellen Schweizer Hitparade gibt es bei iTunes gerade mal 4 Titel, die anderen Shops sind alle gleich schlecht oder noch dünner ausgestattet.
Man kann gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis die Musikindustrie endlich akzeptiert, dass die Konsumenten heute Musik einfach gerne runterladen und hören möchten, ohne sich mit einem halben Dutzend Shops und fünf verschiedenen Formaten herumschlagen zu müssen. Und zwar bitte alle Musik, die man auch im Plattenladen bekommt, nicht eine undurchsichtige Teilauswahl.












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