Online-Werbekönig Google bewegt sich
Eine wichtige Woche für die Online-Werbung: Google, nach wie vor bedeutendster Player auf diesem Gebiet, hat ein paar ganz wesentliche Neuerungen vorgestellt.
Erstens wird Google den Werbekunden in Zukunft auch Tausender-Kontaktpreise (CPM) statt nur Pay-per-Click bieten. Die Kunden werden, anders als heute, für das AdSense-Programm sogar in der Lage sein, sich die für sie relevanten Sites auszusuchen.
Zweitens kann man bei Google bald auch animierte Banner buchen, wenn auch nur für die AdSense-Partnersites und nicht Google selbst.
Diese beiden Innovationen sind sicher eine Konzession an die Werbebranche, die halt immer noch in CPM denkt und am liebsten animierte, bunte Werbebotschaften statt trockenen Texteinblendungen mag.
Darum vermuten auch schon viele Internet-Fundamentalisten, dass Google jetzt endgültig zur dunklen Seite der Macht übergelaufen ist, werbetechnisch gesehen. Aber für das weitere Wachstum des Internet ist es wichtig, dass viele Wege zur Kommerzialisierung zur Verfügung stehen, und darum sind solche Ausweitungen wichtig und richtig.
Die dritte Innovation fand bisher etwas weniger Aufmerksamkeit, weil sie sich erst in einer frühen Testphase befindet, ist aber in der Konsequenz fast noch interessanter: Google macht jetzt auch AdSense für RSS-Feeds. Das heisst, dass Blogger nicht nur Werbebanner auf ihrer Website (die sowieso immer weniger User direkt aufrufen) verkaufen können , sondern gleich ihren Feed mit Werbeeinblendungen ausstatten können. Wie das aussieht, sieht man zum Beispiel auf den Feeds von Weblogs Inc.
Damit geht die Zeit des Feed-Readers als werbefreie Zone wohl endgültig zu Ende. Aber auch hier sollte sich das Bedauern in Grenzen halten: Wenn dafür hochwertiger Blog-Content finanziert werden kann, bringt das wohl allen etwas. Ein hervorragender Schachzug von Google. Und man fragt sich wieder mal, warum nicht vorher jemand anders drauf gekommen ist.
Zu diesem Thema bringt der Economist diese Woche eine interessante Statistik: Dieses Jahr werden die Werbeeinnahmen von Google und Yahoo zusammen grösser sein als die Prime-Time-Werbeumsätze der grössten drei amerikanischen Fernsehstationen. Da die TV-Prime-Time bisher immer als eine Art Königsdisziplin der Werbung galt, ist das schon ziemlich beeindruckend.












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