Medien-Multitasking:
Hausaufgaben sind auch nicht mehr, was sie mal waren.

Andreas Göldi, 10. März 2005 17:50 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Diese jungen Leute von heute! Wirklich! Da schickt man sie in ihr Zimmer, damit sie Hausaufgaben machen, und was tun sie da? Nun gut, Hausaufgaben machen sie schon, aber währenddessen telefonieren, surfen, IMen und Ipoden sie auch noch. Und das oft auch noch alles zur gleichen Zeit.

Eine neue Studie hat offenbar herausgefunden, dass amerikanische Jugendliche im Durchschnitt 6 Stunden und 21 Minuten pro Tag (!!) für Medienkonsum aufwenden. Volle 54% der Kinder haben DVD-Player oder Videorekorder im Zimmer, immerhin 31% auch einen Computer. Und all diese Medien konsumieren sie eben sehr oft im Multitasking-Modus gleichzeitig und neben diversen anderen Tätigkeiten.

Ist damit nun der sittliche und geistige Verfall unserer Jugend endgültig vorherbestimmt? Nun ja, irgendwie wird immer gleich schwarzgemalt, wenn sich die Mediennutzungsgewohnheiten der Jugend weiterentwickeln. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie man damals uns frühen “Computer-Kids” (wie man mit Heimcomputern ausgestattete Jugendliche in den 80er Jahren nannte) schreckliche Verblödung vorhersagte. Meistens kommt es dann am Ende doch nicht ganz so schlimm raus.

Jugendliche sind halt immer an der vordersten Front, was die Mediennutzung angeht, und die älteren Generationen vollziehen diese neuen Nutzungsformen meistens nur zum Teil nach und können sie in all ihrer Radikalität schon gar nicht wirklich verstehen. Und gerade über Segen und Fluch von Multitasking sind sich die Gelehrten keineswegs einig. Vermutlich kann man einigermassen beruhigt davon ausgehen, dass es sich halt einfach um eine etwas höher entwickelte Form des Umgangs mit Medien handelt, die uns über 20 Jahre alten Säcken auf immer verschlossen bleibt, aber die Menschheit am Schluss auch nicht ruinieren wird.

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