Medienkonvergenz nach arabischer Art
Heute waren wir im Rahmen der Young Enterpreneurs’ Organization-Konferenz zu Besuch in Dubai Media City. Das ist ein riesiger Industriepark für die Medienindustrie, der 2001 in weniger als 12 Monaten aus dem Boden gestampft wurde. Heute, drei Jahre später, sind bereits 900 Firmen aus allen Bereichen der Medienbranche dort ansässig, vom kleinen Grafikatelier bis hin zu CNN. Kein Wunder, der hohe Lebensstandard, die gute Infrastruktur und nicht zuletzt der Steuersatz von 0% sind allemal gute Argumente.
Schon faszinierend, wie raffiniert die Scheichs ihr Ölgeld einsetzen, um den langfristigen Wohlstand ihres Landes zu sichern. Rechtzeitig investieren sie massiv, um verschiedene Zukunftsindustrien anzusiedeln. Ziel ist es, schon relativ bald vom Öl unabhängig zu werden. Der Medienpark ist nicht der einzige hier, ähnliche Institutionen gibt es für Internet, Gesundheitswesen, Biotech usw. Weitere, z.B. für Nanotechnologie und IT-Outsourcing, sind gerade eröffnet worden.
Mit solchen Industrieclustern auf kleinstem Raum stellt man sich natürlich optimal für das Zusammenwachsen der verschiedenen Technologien auf: Die Medienfirmen in Dubai finden alle nötigen Dienstleistungen praktisch in Gehdistanz, und gleich über die Strasse sind die Kollegen aus der IT-Welt. Und quasi vor der Haustür befinden sich die riesigen Märkte des mittleren Ostens und von Indien.
Es wird interessant sein zu beobachten, ob diese völlig künstlich angelegten Cluster langfristig funktionieren werden. Wenn die Emiratis ihre derzeitige Dynamik aufrechterhalten können, hab ich da wenig Zweifel. Schliesslich haben auch Hollywood und Silicon Valley mal auf der grünen Wiese angefangen, warum sollte sowas in der Wüste nicht auch gehen?
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