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Internet-Content darf wieder was kosten: New York Times kauft about.com

Von Andreas Göldi am 18. Februar 2005 um 11:32 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Analysen

Die New York Times hat gestern die Website about.com gekauft. Und zwar für die Kleinigkeit von $410 Mio.

Für die, die’s nicht kennen: about.com ist eine Art Mischung aus kommentierter Linksammlung und Experten-Blog. Fachexperten aus verschiedensten Bereich, sogenannte Guides, empfehlen nützliche Websites zum jeweiligen Thema und kommentieren Aktualitäten. Nette und nützliche Sache, und trotz beschränktem Marketingbudget gern genutzt von über 20 Mio. Usern.

Der Deal ist in zweierlei Hinsicht interessant: Ersten erinnert die finanzielle Grössenordnung fast schon wieder an die guten alten Hype-Zeiten; der bisherige Besitzer hat about.com Ende 2000 für 690 Mio gekauft. Zweitens ist bemerkenswert, dass ein print-orientierter Konzern wie die New York Times in solchen Grössenordnungen in reinen Online-Content investiert. Offenbar will man am wachsenden Kuchen der Online-Werbung stärker partizipieren, denn die NYT hat sogar andere Interessenten wie Yahoo oder Google ausgestochen.

Zwar ist die NYT alles andere als ein Neuling im Online-Sektor, ihre 40 Websites gehören teilweise mit zu den führenden im US-Markt. Die bisherigen Internet-Aktivitäten waren aber immer sehr eng mit den klassischen Medienmarken verbunden. Jetzt plötzlich solche Summen in einen reinen Online-Brand zu investieren (immerhin etwa 1.5 Jahresgewinne), signalisiert da schon eine deutliche Strategieänderung. Erleben wir da gerade den Beginn einer neuen Runde in der Konsolidierung der Medienbranche?

Auf jeden Fall muss sich die NYT dann mal überlegen, ihren guten alten Slogan “All the news that’s fit to print” etwas aufzufrischen. Fragt sich nur, wie der dann heissen müsste. “All the content and interactive services that are fit to be realeased in multiple media channels” vielleicht? Tja, Medienkonvergenz schafft auch sprachliche Probleme…


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