Ebay-Invasion im Hauptbahnhof Zürich

Andreas Göldi, 9. Februar 2005 07:30 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wer noch daran gezweifelt hatte, dass Online-Auktionen jetzt wirklich Mainstream sind, sollte den Hauptbahnhof Zürich (oder einen der sechs anderen Rail-City-Bahnhöfe) besuchen. Dort steht seit kurzem ein «Ebay XChange Point«, im Prinzip ein im Beton festgeschraubtes grosses Ebay-Schild. An selbigem können sich geneigte Ebay-Teilnehmer treffen, um Produkte zu begutachten, Waren und Geld auszutauschen oder sich auch nur mal kennenzulernen.

Das zeigt wieder mal, wie exzellent und kreativ Ebays Marketing ist. Der objektive Nutzwert eines solchen Treffpunktes hält sich natürlich in engsten Grenzen.

Warum soll man sich nicht bei der nahen Würstchenbude oder unter der Bahnhofsuhr treffen? Aber das ist natürlich gar nicht der Punkt: Ebay bringt seine Kunden überhaupt erst auf die Idee, ein physisches Treffen zu organisieren. Und vor allem ist dieser Treffpunkt ein hervorragender Werbeträger. Es ist nicht einfach Werbung, sondern Ebay signalisiert damit: Wir sind Infrastruktur, genau wie die Bundesbahnen. An uns kommt keiner vorbei.

Während die klassischen Medienunternehmen zum grössten Teil immer noch in einer Dichotomie zwischen Online und Offline denken, hat Auktions-Leader Ebay den geistigen Schritt längst gemacht: Das Business findet dort statt, wo die Kunden sind, und wenn das am Bahnhof ist, bauen wir halt dort ein bisschen physische Infrastruktur hin. Der Kunde steht im Zentrum, und nicht das Medium. Und genau so sollte es auch sein.

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