Noch ein Blog? Muss das sein?

Angeblich werden derzeit pro Tag fast 17000 neue Blogs aufgeschaltet. Die meisten davon vermutlich von Schulmädchen aus Singapur und depressiven deutschen Teenagern. Eins ist sicher: Wenn sogar schon das Management von General Motors mitmacht, ist ein Trend definitiv uncool geworden. Warum um Himmels willen fühle ich mich berufen, mich da jetzt auch noch zu beteiligen?

Nun, zu meiner Verteidigung kann ich immerhin vorbringen, dass ich mich schon sehr früh mit den technischen Vorgängern im Geiste der heutigen Blogs beschäftigt habe. Erinnert sich eigentlich noch jemand an “persönliche Homepages” und “Newsgroups”? Ja? Wie ist es mit

Fido-Points? Nein? Eben. Das waren noch Zeiten.

Und wie so oft sind vielleicht auch bei diesem Hype Leute benachteiligt, die sich schon vor Jahren mit ähnlichen Konzepten auseinandergesetzt haben. Wenn man einen neuen Trend überhaupt nicht aufregend findet, weil man Ähnliches schon längst gesehen und gedacht hat, merkt man vielleicht erst sehr spät, dass da etwas Interessantes und wirklich Neues passiert. Die meisten Internet-Insider haben damals auch nicht kapiert, was denn an einem Webbrowser so toll sein soll.

Nun, dieses Versäumnis kann man ja zum Glück dann immer noch korrigieren. Ausserdem ist die Tatsache, dass der Blog-Hype nun wohl seinen Zenit überschritten hat, eine gute Sache. Jetzt kann man dieses Medium wohl so langsam endlich als das verwenden, was es sein sollte, nämlich als Träger für Inhalte und Diskussionen. Bisher war die Blogger-Szene ja äusserst selbstreferentiell, aber mit der zunehmenden Mainstreamisierung wird hoffentlich die Message wichtiger als das Medium.

Auf jeden Fall schwöre ich hiermit, den Anteil von “Metablogging”-Beiträgen in diesem Blog auf das absolute Minimum zu beschränken.

 

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  1. […] Artikel: Noch ein Blog? Muss das sein?, erschienen am 01.  Februar 2005, AR: 1.907, PR: […]

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